Die Ringbahn: Berlin - Schöneberg


 

Versprochen ist versprochen. Im letzten Post schrieb ich, dass es Neues geben wird, wenn ich in Schöneberg bin. Bin ich. Heute fertig geworden. Aber der Reihe nach. Es sind ja drei Stationen, die fertig sind: Bundesplatz, Innsbrucker Platz, Schöneberg. 

Bahnhof Schöneberg - Ringbahn über allem thront das alte Gasometer IV des Gaswerks Schöneberg.

 

Am Bundesplatz können wir in die U9 umsteigen, am Innsbrucker in die U4, in Schöneberg in die S1. Allein an den drei Stationen zeigt sich, wie genial das Verkehrskonzept aus Ring und Radialen ist. Erbaut zu einer Zeit, als die Berliner Stadtteile noch eigenständige Dörfer und der Ring übers flache Land ging, dass noch nicht einmal zu Berlin gehörte. Welche Schwierigkeiten es heute macht, Gleise durch zwei Bundesländer mit unterschiedlichen Vorstellungen von Schienenverkehr zu ziehen, darf man u.a. an der Heidekrautbahn - Stammbahn (Diskussion seit 2000, erster Spatenstich Dezember 2020) oder der Stammbahn nach Potsdam bewundern (immerhin im Plan i2030), noch kein Spaten gestochen.

Die geplante Stammbahn kreuzen wir ja immerhin in Schöneberg. Ausgehend vom Nord-Süd-Fernbahntunnel wird die Trasse parallel zur Wannseebahn der Berliner S-Bahn verlaufen. Bei uns im Add-on ist hier noch Rost auf den alten Schienenköpfen.

 

Bundesallee am S-Bahnhof Bundesplatz


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Am Bundesplatz kreuzt die S-Bahn auch eine wichtige Straßenverbindung von Steglitz nach dem Berliner Zentrum (West) - Breitscheidplatz/Zoo: die Bundesallee. Der Durchgangsverkehr verläuft hier unterirdisch. Gleich hinter dem Bundesplatz beginnen rechterhand die Bahnanlagen des Güterbahnhof Wilmersdorf, der heute aufggelassen und weggerissen ist, eine Brache auf der Wohnungen errichtet werden sollen. Immerhin hätten die einen direkten Zugang zu S- und U-Bahn.

Der Bahnhof hat mehrere Namensänderungen hinter sich, bei seiner Eröffnung 1877 hieß er Wilmersdorf und lag 400m weiter östlich. Seit 1993 hat er seinen heutigen Namen.

Innsbrucker Platz mit dem Degewo-Hochhaus


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Bahnhof Innsbrucker Platz ist der jüngste Bahnhof an der Ringbahn, er wurde am 1.7.1933 eröffnet. Am Innsbrucker Platz endet die U4 vom Nollendorfplatz kommend. Eine Strecke, auf der eine Zeitlang (seit 1977) ein automatischer Betrieb der Züge getestet wurde. Ab 2025 will man es wieder auf einer anderen Trasse probieren, man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

Später sollte hier die U10 (Weißensee - Lichtenrade) einen Halt bekommen. Bekanntermaßen gibt es diese Linie bis heute nicht, auch wenn es einige Rohbauten dafür bereits unter der Erde gibt.  Der Bahnhof befindet sich am Ostkopf des Güterbahnhofes Wilmersdorf. Bis zu seinem Abriß vor wenigen Jahren stand hier auch das Stellwerk WL direkt an der Brücke über die Hauptstraße.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der Innsbrucker Platz von der Berliner Stadtautobahn A100 unterquert wird. Der Tunnelausgang befindet sich südöstlich der Bahn, die Autobahn mündet hier direkt ins Kreuz Schöneberg.

Zugang zum Schrägaufzug am Ausgang Bahnhof Innsbrucker Platz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Eine weitere Besonderheit des Bahnhofs Innsbrucker Platz ist der einzige Schrägaufzug im Berliner S-Bahnnetz. Steigt man in ihn ein und fährt auf oder ab, verläuft die Fahrt parallel zur daneben liegenden Treppe.

Und wer gern die Fernsehreihe "Tatort" der ARD sieht, durfte erleben, dass der Drehort für das Büro des Kommisars Carow und und der Kommissarin Rubin im Film "Das Mädchen, das allein nach Haus' geht" von 2022 das blaue Bürohaus auf der Südostseite des Wilmersdorfer Güterbahnhofs war. Man konnte aus dem Bürofenster den S-Bahnhof und den dahinter liegenden Innsbrucker Platz sehen.

Bahnhof Innsbrucker Platz von Nordosten gesehen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter östlich liegt der am 15. Mai 1933 eroffnete Turmbahnhof Schöneberg. Dieser ermöglicht ein direktes Umsteigen von der Ring- in die Wannseebahn (und natürlich umgekehrt). Vorher existierte etwas weiter westlich der Bahnhof Ebersstraße, von dem heute das Empfangsgebäude als westlicher Zugang zum Bahnhof Schöneberg dient.

Das alte Empfangsgebäude Ebersstraße  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu diesem Bahnhof gibt es eine Anekdote: der Verein Historische S-Bahn hatte mit der S-Bahn eine Nutzungsvereinbarung geschlossen, um in der ehemaligen Aufsicht des Ringbahnsteigs seine Geschäftsstelle zu errichten, nachdem die Geschäftsstelle im Bahnhof Köpenick von der DB Station & Services gekündigt worden war. Mit viel Fleiß und ehrenamtlichem Engagement wurde die Aufsicht renoviert und für den Zweck, Fahrkahrten für Sonderfahrten und Vereinsdevotionalien zu verkaufen, nagelneu eingerichtet. Nachdem (!) alles fertig war, entzog die Bahn das Nutzungsrecht, weil die Bahn das Gebäude einer anderen Nutzung zuführen wollte. Ich überlege noch, ob ich das Gebäude nicht in Vereinsfarben erstrahlen lasse.

Die ehemalige Aufsicht im Bahnhof Schöneberg (Ringbahnhalle)











3 Monate, 2,8 km Strecke, 3 Bahnhöfe. Der nächste "Dreierabschnitt" ist Südkreuz - Tempelhof - Hermannstraße. Wenn der fertig ist, werde ich mich wieder melden. Wenn nichts dazwischen kommt also Ende September! Zum Schluß noch zwei Bilder vom Bahnhof Schöneberg.

Schöneberg: Blick auf Ring- und Wannseebahn mit Gleichrichterwerk und Stellwerk SGR

Turmbahnhof Schöneberg von Osten her gesehen














Kommentare

  1. Das sieht soo gut aus, großen Respekt.

    Allein die Umgebung mit den Straßen und Häusern sieht sehr detailreich aus.

    Ich hoffe so sehr auf die BR. 480 und zusätzlich noch 485, wenn auch als extra Addon hierzu.
    Beide Züge haben ein traumhaftes Aussehen und hören sich sehr schön an. Natürlich auch weil die beiden hauptsächlich auf der Ringbahn unterwegs sind und demnach am logischsten wären haha.

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