Die Ringbahn: Prenzlauer Allee


 

Die Straßennamen deuten es an: Ich bin im Nordosten des Ringes angekommen. Einige Straßennamen führen ja die Orte im Namen, zu denen sie hinführen. Deshalb gibts in Berlin so viele Berliner Straßen, da sie früher von den Dörfern um Berlin nach Berlin führten. Mit der Bildung von Groß-Berlin 1920 blieben die Namen. Die Namensgebung nach Zielort der Straße muss aber nicht zwingend sein. Die Greifswalder Straße führt zwar in die richtige Richtung, hinter Angermünde müsste man aber die Straße wechseln, um nach Greifswald zu kommen. Bei der Prenzlauer Allee ist das anders. Die B109 führt direkt nach Prenzlau. Nebenbei gesagt auch durch meinen schönen Wohnort Schönwalde/Barnim. Aber das nur als Anmerkung.

Man sieht, aus acht Neuntel ist sechsundzwanzig Siebenundzwanzigstel geworden. Heute früh wurde der Bahnhof Prenzlauer Allee und sein Umfeld fertig. Der Weg dorthin:

Das alte Stellwerk W10 an der Einfahrt BGFB ist bereits abgerissen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Landsberger Allee kommend beginnt hinter der Brücke der Kniprodestraße (vormals Artur-Becker-Straße)  über den Ring das Gelände des Güterbahnhofs Greifswalder Straße mit dem Gelände des Zementversorgers Dyckerhoff, der mir im Simulationsbauleben nun schon zum zweiten Mal begegnet. Das erste Mal war in Lengerich an der Rollbahn die große Fabrik von Dyckerhoff zu bauen.

Das Stellwerk B2/B3, heute beschmiert und ungenutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der S-Bahnhof Greifswalder Straße, der auch schon mehrere Namen führen durfte (1875 Weißensee, 1946 Greifswalder Straße, 1986 Ernst-Thälmann-Park, 1993 Greifswalder Straße), verfügt über eine Abstellanlage mit drei Gleisen und wird sicher Ausgangspunkt mehrerer Szenarien sein. Der Bahnhof ist übrigens der, der sich am dichtesten zum Berliner Alexanderplatz befindet. Der Fernsehturm ist von hier aus also am größten wahrnehmbar.

Weiter geht die Fahrt vorbei an Bürohäusern auf der Ostseite und auf der Westseite dem Ernst-Thälmann-Park. Dieser Park steht auf dem Gelände der IV. Berliner Gasanstallt, die von 1873 bis 1981 Stadt- und andere Gase produzierte. Markanteste Objekte dieses Gaswerks waren die drei großen jeweils von einem Ziegelbau umfassten Großgasometer. Als sie 1984 gesprengt werden sollten, regte sich Protest. Der Dreck, den das Gaswerk machte, war zwar allenthalben unbeliebt, aber die Gasometer waren eine Reviermarke wie der Wasserturm am Ostkreuz und sollten daher erhalten bleiben. Sie standen jedoch den Planern des Parks im Wege und wurden daher unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gesprengt.

Der Ernst-Thälmann-Park ist ein Wohngebiet mit Parkanlage, Freizeit-, Erholungs-, Bildungs-, Kultur-, und Einkaufsmöglichkeiten, wie er in dieser Form einmalig ist. Er wurde am 16.4.1986 zum 100. Geburtstag des Arbeiterführers Ernst Thälmann (geb. 16.4.1886 in Hamburg, ermordet am 18.8.1944 im KZ Buchenwald), eingeweiht.

Panoramabild mit Hintergrundbeschreibung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Bestandteil des Parks ist das Großplanetarium am der Prenzlauer Allee, unmittelbar am S-Bahnhof gelegen. Moritz hat hier ein wunderschönes Modell geschaffen, genau wie das Bürohaus auf der gegenüberliegenden Seite der Prenzlauer Allee.

Der Haltepunkt Prenzlauer Allee ist - meiner bescheidenen Meinung nach - der schönste S-Bahnhof am Ring. Entsprechend wurde in den Bau des Bahnhofs für die Simulation viel Arbeit investiert. In der realen Welt präsentiert sich der Bahnhof leider äußerlich verschandelt. Das 3D-Modell sollte nicht so aussehen.

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände (Foto: Jan Bleiß) 

In der Simulation ist es dagegen sauber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bahnhof wurde in den Jahren 1992 - 1995 aufwändig saniert und dabei sein historisches Flair aus dem 19. Jahrhundert stammend erhalten. Das Bahnsteigdach hat noch die urprünglichen Dachstützen, wie sie auch am Bahnhof Halensee vorkommen. (Den 3D-Bauer freut dabei, dass er sie nicht noch einmal aufwändig herstellen muss).


 

Der Bahnhof Prenzlauer Allee ist der einzige Bahnhof in meiner virtuellen Ringbahn, bei dem das EG mit begehbarem Innenleben ausgestattet ist. Der Raum ist tatsächlich so leer (von Fahrgästen abgesehen) und sauber (jedenfalls, als ich ihn fotografiert habe).



Die Ziegelbrücke der Prenzlauer Allee über die Ringbahn weist für die Fernbahn das Lichtraumprofil nicht elektrifizierter Eisenbahn auf. Daher musste man sich bei der Elektrifizierung des Ostringes in den 1980er Jahren etwas einffallen lassen. Die Lösung besteht bis heute: Die Fahrleitung wird stromlos unter der Brücke hindurchgeführt. Die E-Loks müssen die Brücke abgebügelt passieren. 

Signal EL3: Signal "Bügel ab" erwarten! (Signal EL4 folgt im halben Bremswegabstand)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beleuchtete Signale EL3/EL4 und EL5 weisen den Lokführer darauf hin, was zu tun ist: Fahrstufe auf Null, Zugsammelschiene aus, Hauptschalter aus, Bügel ab. Und wenn man durch die Brücke durch ist, das Ganze in umgekehrter Reihenfolge. Ein Neubau hätte das Problem nicht gelöst, der Höhenunterschied zwischen Gleislage und Prenzlauer Allee ist zu gering. Die Straßenlage anheben geht auch nicht, wegen der anliegenden Bebauung. Gut so. So ist das Ensemble vollständig erhalten. Lediglich für die Fußgänger gabs zwei neue Stahlbrücken, um die Prenzlauer Allee vierspurig über die alte Ziegelbrücke führen zu können und eine moderne Aufzugsanlage ist an die Nordostseite des alten Empfangsgebäudes dazugekommen.

Nun ist NUR noch Landschaft bis zum Gesundbrunnen zu bauen und der aufwändige Bahnhof Schönhauer Allee harrt seiner Erstellung. Ich liege in meinem Plan, bis zum Dezember fertig zu werden. Aber was ist schon ein Plan ... Immerhin ist das Ziel von der Prenzlauer aus schon zu sehen.

Nordkreuz in Sicht! (da hinten, die grünen Linien sind Signallinks)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es steht noch die Erlaubnis aus, ein Schnattchen (Flexity Berlin) als Straßenbahn auf die Gleise der Möllendorffstraße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee, Pappelallee und Schönhauer Allee zu bekommen. Wenn sie da ist (oder auch nicht) wird es hier zu lesen sein. Alternativ werde ich mich dann um ein GT6-Modell bemühen, das Thema bleibt noch spannend ...

Fast Schluss eine schöne Neuigkeit: Die Sounddateien von der "Stimme der Bahn" Ingo Ruff sind im August eingetroffen und harren ihres Einbaus in die Szenarien des Add-on.

Und ganz zum Schluss - ein Nachtbild. Der Bahnhof Prenzlauer Allee sieht auch des Nachts schön aus!


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